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Die WHO hat bereits gestern den Pandemie-Statur für die derzeit grassierende COVID-19-Infektion ausgerufen. Was das zu bedeuten hat und wie das den Umgang mit dem Virus speziell in Deutschland beeinflusst, gab heute Prof. Dr. Lars Schaade vom Robert-Koch-Institut (RKI) bekannt.

Prof. Dr. Lars Schaade, der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, dem führenden Institut zur Seuchenbeobachtung in Deutschland hat heute auf einer Pressekonferenz erklärt, was es nun genauer auf sich hat mit der Einstufung des COVID-19 als “Pandemie”: Zunächst ein Mal bemerkte er, dass dieser Status nicht wirklich etwas ändere im bundesdeutschen Umgang mit der Infektion. Er meinte, man solle diese Entscheidung der WHO wohl eher als Zeichen sehen, achtsamer mit COVID-19 umzugehen. Nun sei es besonder wichtig, die gängigen Hygieneregeln und die Niesetiquette zu befolgen. Schaade betonte hierbei besonders, dass auch jüngere Menschen das Risiko einer Infektion nicht unterschätzen sollten. Sie werden – sollten sie diese einfachen Regeln nicht befolgen – nicht nur ein potenzieller Überträger des Viruses und somit eine Gefahr für Menschen, die der Risikogruppe angehören, sondern sollten auch ihr eigenes Risiko diese Krankheit betreffend nicht unterschätzen. Weltweite Beobachtungen zeigen, dass auch jüngere Menschen (v.a. ab 15) sterben können am Coronavirus.

Im zweiten Teil der Pressekonferenz ging Schaade dann noch kurz auf das Influenza-Überwachungssystem in Deutschland ein. Das RKI untersuche bereits seit vielen Jahren täglich immer wieder Stichproben, die sie dann nicht nur auf Influenza-Viren, sondern auch auf alle anderen weiter verbreiteten Erreger, wie bspw. Erkältungsviren und nun eben auch Coronaviren untersuchen. Diese Proben sollen Aufschluss über den Gesundheitszustand der breiteren Bevölkerung geben (besonders in Hinblick auf Influenza). Schaade berichtet hierbei, dass erst letzte Woche in diesen Proben auch Corona-Viren identifiziert werden konnten. Das allerdings sei ebenfalls kein Grund zur Beunruhigung, da die Probe aus dem Umfeld eines Italien-Urlaubers gestammt haben solle. Derzeit ist die Infektion noch gut zu überblicken und zu überwachen und daher bestehe kein Grund zu Beunruhigungen. Auch die ziemliche schnelle Ausbreitungsgeschwindigkeit des Viruses sei nichts für das RKI Unerwartetes.

Den weiteren Umgang betreffend wies Schaade lediglich auf den Pandemieplan des RKIs hin, der die v.a. auf Influenza ausgerichteten Pandemiepläne der Länder erweitern und auf Covid-19 spezialisieren soll. Abrufbar ist er auf der Webseite des RKIs.